Weitere Infos zu den Voraussetzungen und vieles mehr finden Sie in unserer Broschüre Schwerarbeitspension.
Schwerarbeitspension: Das Wichtigste auf einen Blick
- Mit der Schwerarbeitspension können Personen, die unter körperlich und psychisch besonders belastenden Bedingungen gearbeitet haben, früher in Pension gehen.
- Als Schwerarbeit gelten z. B. schwere körperliche Arbeit oder Arbeiten im Schicht- oder Wechseldienst.
- Für die „schwere körperliche Arbeit“ gibt es Berufslisten:
- Ab 60 Jahren können Sie eine Schwerarbeitspension beantragen.
- Dafür müssen 540 Versicherungsmonate vorliegen und es müssen mindestens 120 Schwerarbeitsmonate (= 10 Jahre) innerhalb der letzten 240 Kalendermonate (= 20 Jahre) geleistet worden sein.
- Sie müssen einen Pensionsantrag stellen.
- Ob Sie Anspruch auf eine Schwerarbeitspension haben, wird von der Pensionsversicherung in einem Verfahren festgestellt.
- Der Abschlag von der Pensionshöhe bei der Schwerarbeitspension beträgt 1,8 % pro Jahr der vorzeitigen Inanspruchnahme vor dem Regelpensionsalter.
- Ein Zuverdienst ist bis zur Geringfügigkeitsgrenze (€ 551,10 pro Monat) erlaubt.
Was ist eine Schwerarbeitspension?
Die Schwerarbeitspension steht Personen zu, die für eine bestimmte Mindestanzahl an Monaten (sogenannte „Schwerarbeitsmonate) unter körperlich und psychisch besonders belastenden Bedingungen gearbeitet haben. Diese Art der Pension ermöglicht einen Pensionsantritt vor dem Regelpensionsalter.
Anspruch & Voraussetzungen
Das früheste Antrittsalter ist 60 Jahre.
Für die Mindestversicherungszeit müssen bis zum Stichtag 540 Versicherungsmonate (= 45 Jahre) vorliegen. Davon müssen mindestens 120 Schwerarbeitsmonate (= 10 Jahre) innerhalb der letzten 240 Kalendermonate (= 20 Jahre) geleistet worden sein.
Außerdem müssen Sie am Stichtag grundsätzlich folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Sie haben keine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung (z. B. durch Erwerbstätigkeit, Bezug einer Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung).
- Sie dürfen keine selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit ausüben, bei der Sie monatlich mehr verdienen als die festgelegte Geringfügigkeitsgrenze. Diese beträgt € 551,10.
Broschüre
Schwerarbeitspension
Wer zählt als Schwerarbeiter*in?
Als Schwerarbeit gelten Tätigkeiten, die körperlich oder psychisch besonders belastend sind.
Darunter fallen:
- Tätigkeiten im Schicht- oder Wechseldienst auch während der Nacht
- Tätigkeiten regelmäßig unter Hitze oder Kälte
- Tätigkeiten unter chemischen oder physikalischen Einflüssen
- Schwere körperliche Arbeit
- Berufsbedingte Pflege von Menschen mit besonderem Behandlungs- oder Pflegebedarf
- Tätigkeiten, trotz Pflegegeldanspruch zumindest in Höhe der Stufe 3
Details können Sie in der Definition Schwerarbeit (PDF, 23 KB) nachlesen.
Berufslisten körperliche Schwerarbeit
Für körperliche Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung gibt es eigene Berufslisten, die laufend ergänzt werden.
Liste der Berufsgruppen mit körperlicher Schwerarbeit über 2000 kcal
Liste der Berufsgruppen mit körperlicher Schwerarbeit von 1400–2000 kcal
Arbeitgeber*innen sind verpflichtet, Schwerarbeitszeiten zu melden. Die Meldung ist rechtlich nicht verbindlich.
Wie werden Schwerarbeitszeiten festgestellt?
Ob Sie Anspruch auf eine Schwerarbeitspension haben, wird von der Pensionsversicherung (PV) in einem Verfahren festgestellt. Sie können den Antrag auf Feststellung von Schwerarbeitszeiten frühestens 10 Jahre vor Pensionsantritt stellen.
Die Pensionsversicherung prüft im Einzelfall, ob Schwerarbeitszeiten vorliegen. Dabei wird endgültig beurteilt, ob eine Tätigkeit als Schwerarbeit anerkannt wird.
Auch Berufe oder Tätigkeiten, die nicht in den Berufslisten stehen, können als Schwerarbeit anerkannt werden. Umgekehrt kann die Pensionsversicherung trotz Listung entscheiden, dass keine Schwerarbeitszeiten im Sinne der Schwerarbeitsverordnung vorliegen.
Pensionsantrag
für die Schwerarbeitspension
Um eine Schwerarbeitspension zu beantragen, füllen Sie das Online-Formular aus.
Es wird empfohlen, den Pensionsantrag ca. 3 Monate vor dem Stichtag zu stellen.
Berechnung der Pension und Abschläge
Die Grundlage für die Berechnung der Schwerarbeitspension ist die Gesamtgutschrift, die zum Stichtag auf Ihrem Pensionskonto aufscheint.
Für jeden Monat, den Sie vor dem Regelpensionsalter in Pension gehen, wird ein Abschlag von 0,15 % berechnet – das sind 1,8 % pro Jahr.
Nachdem das Regelpensionsalter erreicht ist, wird die Schwerarbeitspension in eine Alterspension umgewandelt.
Schwerarbeitspension ohne Abschläge
Wenn bis spätestens 31. Dezember 2021 mindestens 540 Beitragsmonate aufgrund einer Erwerbstätigkeit vorliegen, wird die Schwerarbeitspension abschlagsfrei zuerkannt. Dazu zählen auch maximal 60 Monate der Kindererziehung. Zeiten des Präsenz- und Zivildienstes werden nicht berücksichtigt.
Rat & Hilfe
zur Schwerarbeitspension
Sie möchten sich genauer zur Schwerarbeitspension informieren? Dann kontaktieren Sie die Mitarbeiter*innen der Pensionsversicherung und vereinbaren Sie einen Termin. Adressen und Telefonnummern finden Sie unter Kontakt. Bitte bringen Sie zum Termin unbedingt einen Identitätsnachweis (z. B. Führerschein, Reisepass, Personalausweis) mit.
Häufig gestellte Fragen
Wird meine bisherige Pension beim Erreichen des Regelpensionsalters angepasst oder erhöht?
Vorzeitige Alterspensionen gehen nach Erreichen des Regelpensionsalters grundsätzlich automatisch in eine Alterspension über. Die Pension wird weiterhin in der bisherigen Höhe ausbezahlt – die Abschläge bleiben bestehen.
Wenn Sie eine Invaliditätspension oder Berufsunfähigkeitspension bezogen haben, kann Ihre Pension bei einer Umwandlung erhöht werden. Die Umwandlung einer Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension müssen Sie formlos schriftlich beantragen (Kontakte & Adressen). Nach der Neuberechnung werden Sie schriftlich über das Ergebnis informiert.
Warum wurde meine Pension in vorläufiger Höhe zuerkannt und warum habe ich eine Verständigung und keinen Bescheid erhalten?
Eine vorläufige Zuerkennung der Pension mittels Verständigung erfolgt, wenn noch nicht alle Beitragsgrundlagen gespeichert und Erhebungen offen sind. Nach Abschluss der Erhebungen erhalten Sie in jedem Fall einen Pensionsbescheid.
Wie und wann wird meine Pension ausbezahlt?
Die Überweisung der Pension erfolgt grundsätzlich bargeldlos auf ein Konto bei einem österreichischen Geldinstitut (z. B. Bank, Sparkasse). Hierfür ist ein „Antrag auf bargeldlose Pensionszahlung“ erforderlich. Sobald Ihre Bank uns den unterschriebenen Antrag übermittelt, können wir die Pension – frühestens im nächsten Monat nach Eingang – auf Ihr Konto überweisen.
Bei einem Hauptwohnsitz im Ausland erfolgt die Auszahlung auf ein ausländisches Bankkonto bei einem Geldinstitut Ihrer Wahl oder mittels Versendung eines Verrechnungsschecks (sofern diese Möglichkeit verfügbar ist). Für die Anweisung auf ein Bankkonto verwenden Sie bitte den
Antrag auf Direktüberweisung (PDF, 220 KB).
Eine Barzahlung per Post erfolgt nur auf ausdrücklichen Wunsch.
Die Auszahlung der Pension erfolgt im Nachhinein, jeweils am 1. Tag des nächsten Kalendermonats. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder Feiertag, wird die Pension rechtzeitig überwiesen, dass sie am letzten Werktag davor verfügbar ist.
Wie hoch wird meine Pension sein?
Die Pensionshöhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B.
- Höhe der Beitragsgrundlage
- Anzahl der Versicherungsmonate oder Beitragsmonate
- Alter zum Stichtag
Ab 1. Jänner 1955 geborene Personen können ihren aktuellen Pensionswert in ihrem Pensionskonto einsehen. Mit dem Pensionskontorechner können Sie auch fiktive Berechnungen in die Zukunft erstellen.
Wenn Ihr Pensionsantritt in den nächsten 10 Jahren geplant ist, können Sie eine detaillierte Pensionsvorausberechnung schriftlich per E-Mail, Fax, Post oder Kontaktformular beantragen. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten.
Ich habe Fragen zum Antragsformular. Wo bekomme ich Hilfe?
Jedem Antragsformular liegt eine Ausfüllhilfe bei. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, nutzen Sie unser telefonisches Kundenservice oder vereinbaren Sie einen persönlichen Termin in unseren Landesstellen. Die Expert*innen der Pensionsversicherung helfen Ihnen gerne weiter!
Hier finden Sie weitere Informationen
Die Österreichische Gesundheitskasse hat Antworten auf häufige Fragen zur Schwerarbeitsverordnung in einem Informationsblatt zusammengefasst
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Hinweis:
Die auf dieser Website angebotenen Inhalte dienen der allgemeinen Information und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie können eine professionelle Beratung nicht ersetzen. Die Expert*innen der Pensionsversicherung können Ihren individuellen Fall beurteilen und auf Fragen eingehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
Stand: 12. Februar 2025